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"Wenn Gitarren weinen" |
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| "Lance & Donna" leben den Travelin' Blues |
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| Seite R 6 / Suddeutsche Zeitung Nr. 222
25.09.02 |
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| Garching. "Only the good die young, that's what they say. But if this is true, I'll live forever and a day." Dieses Zitat beweist: Lance Harrison versteht sich allerbestens auf die Kunst der Selbstironie. Denn dass er, obwohl nicht jung verstorben, zweifelsohne zu den sehr guten Bluesgitarristen gehört, hat er zusammen mit seiner Partnerin Donna Howley im Garchinger Ratskeller bewiesen. Lance lässt seine Gitarren singen, schreien, wehklagen, er erweckt sie zu Leben. Er schafft es, innerhalb eines Stücks stilistisch vom klassischen Delta-Blues eines Robert Johnson, zu Jimi Hendrix zu wandern. Sein Slide-Gitarrenspiel ist rhythmisch und treibend, seine Soli lassen dem Song immer Platz zum Atmen. Dabei, durchlebt jede einzelne Note, jedes Riff, jeden Akkord, mit jeder Zelle seines Körpers. Er leidet und feiert mit seinem Instrument, egal ob das nun gerade eine mexikanische Billig-Gitarre, die von Aufklebern zusammen gehalten wird, eine Lap-Steel-, eine Resonator oder eine Semi-Akustik-Gitarre. Lance Harrison und seine Partnerin - auf- der Bühne wie im Leben - Donna Howley, die für die Percussion zuständig ist, entkräften das alte Klischee, dass Bluses nur trauriges Gejammere ist. Denn so hart das Leben auch sei, "you better get used to it", verbreiten sie singend eine fast existenzialistische Botschaft. Doch natürlich beherrschen sie auch die leisen, die traditionelleren Töne, wie etwa bei 'Motherless Children Have a Hard Time" von Blind Willie Johnson. Auch Werke des "Teufelsgitarristen" Robert Johnson stehen auf dem Programm. Gute Melange Selbst eine gerissene Saite kann Lance nicht stoppen. "We'll now do the string changing song", verkündet Donna einfach und wenige Sekunden später, während Lance in Windeseile die Saite wechselt, singt das Publikum "Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz..." "Travelin Blues", das Motto der beiden bereits in der ganzen Welt herum gereisten Musiker, kann man dabei getrost auch auf ihre stilistische Vielseitigkeit beziehen: Von Delta-Blues nach Chicago und zurück. "I don't think anybody steals anything; all of us borrow", sagte einst BB King. Lance und Donna leihen sich eine ganze Menge bei den verschiedensten Leute, bei Elmore James und Robert Johnson ebenso wie bei Muddy Waters und Jimi Hendrix, und mixen das Ganze geschickt zu einer perfekten Melange. Der Meinung scheint auch das Pubikum zu sein, das die beiden Musiker frenetisch feiert. |
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